Wald im Wandel. Klima – Wirtschaft – Erholung

Am Freitag, den 10. Juli, begrüßte Dr. Jürgen Klatt, Gemeinderat der Freien Demokraten in Denzlingen, die Besucher der Podiumsdiskussion zum Thema „Wald im Wandel. Klima – Wirtschaft – Erholung“. Als Referenten waren Dr. Christoph Hoffmann, MdB (FDP), Bernd Nold (Förster) und Prof. Dr. Gregor C. Falk (Geograph) eingeladen.
Die Veranstaltung wurde mit einem Kurzreferat von Prof. Falk eingeleitet. Er präsentierte den historischen Wandel des Schwarzwalds von der Antike bis heute. Der Wald vor der Haustür, wie wir ihn heute kennen, hat nichts mehr gemein mit dem antiken schwarzen Wald. Jahrhundertelang stand die ökonomische Nutzung des Schwarzwalds im Vordergrund. Der große Bedarf an Bauholz führte zu einer fast kompletten Abholzung, was an einem Bild von Breitnau (um 1870) sehr eindrucksvoll zu sehen war. Erst die Aufforstungen ab Mitte des 19. Jahrhunderts brachten in weiten Bereichen Bäume zurück.
Der Abgeordnete Dr. Hoffmann, gelernter Förster, befasste sich mehr mit dem globalen Zustand des Waldes. Er zeigte auf, wie die Verdopplung der Erdbevölkerung innerhalb von 60 Jahren, der damit verbundene Landschafts- und Energieverbrauch und die großflächigen Brandrodungen enormen Einfluss auf den Anstieg des CO2-Gehalt in der Atmosphäre haben. So haben insbesondere auf der Südhalbkugel die Waldflächen stark abgenommen. Die starke regulierende Wirkung des Waldes auf dieses Klimagas kann man an den jahreszeitlichen Schwankungen erkennen, die in unserem Sommer immer geringe CO2-Werte zeigen als in unserem Winter.
Der jährliche Waldverlust ist enorm (2018: 24,8 Mio. ha). Der meiste Schwund findet in Brasilien, gefolgt von China, statt, während die Fläche in Europa nahezu stabil bleibt. Dr. Hoffmann fordert aus diesem Grund massive Anstrengungen, diesen Ländern in dem Sinne Unterstützung zu geben, dass sich die Rodungen für die Menschen vor Ort nicht mehr lohnen und sie so aus eigenem Antrieb von der Waldzerstörung Abstand nehmen.
Der Förster Nold holte das Thema Wald wieder zurück in die lokale Region. Seine Schilderungen von dem aktuellen Zustand der Buche und insbesondere der Esche ließen wenig Positives hören. Daher sucht man nach Baumarten, die besser mit den sich verändernden Bedingungen klarkommen. Die Fichte, die vor über 100 Jahren hier noch als der ideale Baum galt, ist für die heutigen Bedingungen nicht mehr geeignet, aber auch die heimische Buche, kommt mit einigen Klimaveränderungen nicht so gut klar. Das führt unter anderem dazu, dass auch nicht heimische Bäume angepflanzt werden. Kurz zusammengefasst hat der Südschwarzwald heute eine eher instabile Struktur. Man muss aber hier differenzieren: Die Schäden des Waldes steigen mit der zunehmenden Höhe an. In den Tälern sieht die Situation stabil aus. Nach den kurzen Vorträgen durften die Anwesenden Fragen stellen. Das Interesse für die lokal sowie international geprägten Themen war sehr groß. Die Fragen gingen von Sinnhaftigkeit der Klimaschutzmaßnahmen vor Ort, über internationale Bemühungen auf Bundestagsebene bis hin zu Gedanken zur Rolle des Wolfes im Schwarzwald. Auch die Wichtigkeit von bewaldeten Flächen in Wohngebieten zwecks der lokalen Kühlung im Sommer wurde stark diskutiert.
Am späten Abend ging die Podiumsdiskussion zu Ende. Die FDP Denzlingen freute sich über das rege Interesse an dem akuten Thema und arbeitet bereits dran, eine neue Themenveranstaltung zu planen. Das nächste Treffen findet in Waldkirch statt.


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