Digitalisierung in der Bildung

Am 29. November luden die Freien Demokraten des Ortsverbandes Denzlingen-Waldkirch-Sexau zu einem Bürgerdialog in Sexau ein. Passend zu den aktuellen politischen Entscheidungen im Deutschen Bundestag referierte der FDP-Europakandidat, Prof. Gregor C. Falk, über die Digitalisierung in der Bildung. Die Ist-Situation in Deutschland und der zeitlich vergleichbare Zustand in Schweden zeigt eine deutliche Diskrepanz sowohl in der Ausstattung der Bildungseinrichtungen, als auch die Akzeptanz sowie Umsetzungsfähigkeit der Bildungsträgerinnen und -träger: Lehrerinnen und Lehrer. Zahlen: 1,8 Tablets pro Grundschüler, 96% der Lehrenden mit dem persönlichen Laptop in der Grundschule, bereits 2015 flächendeckende Ausstattung der Grundschulen mit dem WLAN in Schweden – zeigen, wie weit der skandinavische Nachbar den Wirtschaftsstandort Deutschland im Bereich Bildung hinter sich gelassen hat. Die Bertelsmann Stiftung fand bei einer der jüngsten Bildungsuntersuchungen heraus, dass im Inland lediglich 15% der Lehrerinnen und Lehrer sich als versierte Nutzer der digitalen Medien einstufen. Die meisten Schulen in Deutschland haben weder ein Konzept für den Einsatz digitaler Lernmittel, noch reflektieren den technologischen Wandel im Unterricht. Der Bildungsstandort Deutschland verharrt auf dem Niveau des Millenniumsbeginns, so Prof. Dr. Falk.

Der Sexauer FDP-Ortssprecher Christoph Zilz betonte, dass sich die bisherige konstruktive Oppositionsarbeit der Liberalen bezahlt mache, da die FDP bei den Verhandlungen um den Digitalpakt mit der Groko durchsetzte, dass der Bund nicht nur in Technik, sondern auch in Schulpersonal und Fortbildungen investieren darf.

Anschließend fand eine Diskussion der Beteiligten über die gesellschaftliche Verantwortung und die Weichenstellung im Bereich der neuen Technologien im Unterricht statt. Die Skepsis, dass die Mediennutzung sich eher negativ auf die Persönlichkeitsentwicklung auswirkt, konnte man mit den Beispielen aus den Nachbarländern ausräumen. Die richtige Mischung aus dem Traditionsunterricht und der Mediennutzung bestimmt das Endergebnis. Ländern wie Estland und Finnland erzielen eine hohe Bildungskompetenz, gerade weil beide im Unterricht neue Technologien verwenden. Zu viel und vor allem eine unreflektierte Mediennutzung sowie zu geringe Einbeziehung führen jedoch zu schlechten Ergebnissen. Eines steht fest, die Digitalisierung findet weltweit auch ohne Deutschland statt. Der Herausforderung aus dem Weg zu gehen ist keine Option.


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