Der Klimawandel – ein allgemeiner Sündenbock?

Oder wie einseitig der Bürger über die klimatischen Entwicklungen informiert wird …

Am Freitag, den 29. Juni 2018, luden die Liberalen aus Denzlingen, Waldkirch und Sexau zu einem Informations- und Diskussionsabend in der historischen ROCCA-Fabrik ein. Experten aus der Wissenschaft und Politik referierten und diskutierten anschließend über klimatische Veränderungen, deren Folgen und Lösungsansätze vor der Haustür und weltweit. Nach der Begrüßung von Rainer Adolf, dem Ortsvorsitzenden der lokalen FDP-Gruppe, übernahm Prof. Dr. Gregor C. Falk das Wort. Er berichtete über verschiedene ökologische Brennpunkte weltweit, die in den deutschen Medien sehr stark reflektiert wurden. Die Rede war von Berichterstattungen in überregionalen Zeitschriften wie Spiegel oder Focus sowie in Tageszeitungen mit einem hohen Anspruch auf einen seriösen Journalismus, die hauptsächlich den Klimawandel als alleinige Ursache für aktuelle Probleme an den Pranger stellten. Parallel zeigte der Wissenschaftler mit Belegen aus verschiedenen Forschungsbereichen diverse weitere Gründe der ökologischen Missstände: Angefangen von der intensiven Bebauung auf den Malediven-Inseln, die die Anpassung von Korallenriffen an den steigenden Meeresspiegel verhindern, Grundwasserentnahme mit Hilfe von Tiefbrunnen in Megastädten, die die Absenkung der Geländeoberfläche verursachen, bis zum Abholzen von Mangrovenwälder an den ostasiatischen Küsten, um Garnelenzuchtfarmen zu betreiben. Viele ökologische Brennpunkte sind an erster Stelle wegen einer fehlenden Weitsicht, was die menschlichen Handlungen auslösen können, entstanden. Die klimatischen Veränderungen dagegen wirken als Problemverstärker, aber nicht als primäre Ursache.

Als Gewinner des Klimawandels – zumindest was die landwirtschaftliche Entwicklung betrifft, wurde die Insel Island genannt. Aber auch hier sind Veränderungen zu sehen, an die sich der Mensch intelligent anpassen muss. Vor allem die dramatisch schrumpfenden Gletscher stellen ein Problem dar, vulkanische Aktivitäten könnten sich perspektivisch durch die fehelende Eisauflast verstärken. Über die intelligenten Lösungsansätze berichtete kurz Prof. Dr. Achim Karduck. Von digitalen Ökosystemen, Naturpädagogik sowie Bewegung und Fitness als Ressource war hier die Rede. Nach seinem kurzen Einstieg in die Lösungsansätze standen beide Wissenschaftler und Judith Skudelny, MdB, umweltpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, den zahlreich erschienenen Gästen Rede und Antwort auf alle gestellten Fragen. Ob die lokalen Probleme, wie Traktorenschlagen auf den Landstraßen, die zum erhöhten Auspuffen von Treibhausgasen führen, ob die überregionalen Themen, wie LED-Straßenbeleuchtung und deren Auswirkung auf die nachtaktiven Tiere und Insekten, alle Fragen hat der Moderator, Felix Fischer, Kreisvorsitzender der FDP Emmendingen, an die passende Bezugsperson weiterleiten können, so dass die Zuhörer zu allem eine Auskunft oder eine Meinung bekamen. Manche Probleme können deutschlandweit gelöst werden, für manche, wie zum Beispiel CO2 Bepreisung der Fluggesellschaften, können nur auf europäischer Ebene entschieden werden, so Judith Skudelny, MdB. Aber wichtig ist und bleibt, intelligent auf die Veränderungen zu reagieren, anstatt restriktive Verbote einzufühern.


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