Felix Fischer informiert sich im Tafel-Laden

LAHR. In Begleitung des ehemaligen Landesjustizministers Ulrich Goll hat der Lahrer FDP-Bundestagskandidat Felix Fischer am Mittwoch seinen Wahlkampf in Lahr gestartet. Der Lahrer Anzeiger war bei seinem Besuch im Laden der Lahrer Tafel mit von der Partie.

Welche Aufgaben hat die Lahrer Tafel mit ihren rund 130 Mitarbeitern? Darüber machte sich der Lahrer FDP-Bundestagskandidat Felix Fischer bei seinem Wahlkampfauftakt in Lahr am Mittwoch vor Ort kundig. Begleitet wurde er von den Parteikollegen Ulrich Goll, ehemaliger Justizminister im Land, Jochen Heil, ehemaliger Sozialdezernent der Stadt Lahr, und Matthias Kappis, Vorsitzender des FDP-Stadtverbands Lahr.

Wolfgang Leser, Mitglied der FDP in Lahr, gehört zu den Ehrenamtlichen, ohne die die Tafel nicht funktionieren würde. Er hatte die Visite eingefädelt. Ingrid Schatz, Leiterin der Lahrer Tafel, und Annedore Braun, Leiterin der Diakonie in Lahr, stellten das Angebot der Lahrer Tafel vor. Die Tafel hat derzeit rund 600 Berechtigungskarten ausgegeben. Dahinter laut Schatz etwa 1500 Erwachsene und 500 Kinder. Derzeit seien die Zahl der Hartz-IV-Empfänger und der Rentner etwa gleich hoch. Ein großes Klientel der Tafel-Kunden sind nach Angaben von Schatz Ausländer, was an den hohen Flüchtlingszahlen liege.

Wolfgang Leser (l.) und Leiterin Ingrid Schatz informierten die Politiker um Felix Fischer über deren Arbeit.

Dass die Tafel überhaupt funktioniert, liegt laut Schatz an den 130 Ehrenamtlichen. Unter anderem gelte es, die Logistik zu bewältigen: Lebensmittel, die vollwertig sind, aber im Einzelhandel nicht mehr angeboten werden, in den Tafel-Laden zu bringen. »Wir stehen gegen die Vernichtung von Lebensmitteln«, so Schatz. Klar sprechen sie und Annedore Braun sich gegen die Vorstellung aus, dass die Tafel ein vollwertiger Ersatz für Bedürftige ist. Die Versorgung sei Aufgabe des Staates. Die Tafel biete lediglich die Möglichkeit, günstig Lebensmittel einzukaufen. Das gesparte Geld sollten die Kunden im Idealfall dann anders verwenden können.

Eine Lanze brachen Braun und Schatz für den sogenannten zweiten Arbeitsmarkt. Der biete Menschen, die sich engagieren wollen, Hilfe bei einer Wiedereingliederung. Goll und Fischer stellten dem die Idee der FDP entgegen: Man sollte Menschen, die durch das Netz auf dem ersten Arbeitsmarkt gefallen sind, eher durch sogenannten Kombilöhne unter die Arme greifen. Die Arbeitgeber würden diesen Menschen das bezahlen, was sie leisten können und der Staat würde das ergänzen. Das ist nach Meinung der Liberalen der bessere Weg.

Zur Visite in Lahr gehörte auch ein Firmenbesuch in Reichenbach und ein Rundgang über das Gelände der Landesgartenschau. Goll fand es aufschlussreich, eine derartige Schau bei den Vorbereitungen zu erleben; als Minister sei er immer nur bei Gartenschauen gewesen, die in Betrieb waren.

Lahrer Anzeiger vom 7. Juli 2017 (Stephan Tissot)


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